2. BEAK-Treffen 2014 vom 10.04.2014

„Frühkindliche Bildung in und außerhalb der Kita“ ist ein sehr vielfältiges Thema, dies wurde uns bereits bei den Vorbereitungen zu diesem Treffen bewusst. Das Berliner Bildungsprogramm benennt viele Bereiche kultureller Bildung.


Angefangen bei Kommunikations- und Schriftkultur, über weltanschauliche und religiöse Familienkulturen, Stadtkultur und demokratische Kultur bis hin zu Musik und Kunst. Als Referenten konnten wir Prof. Dr. Christian Widdascheck von der Alice-Salomon-Hochschule gewinnen. In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie wichtig es ist, den Kindern kulturelle Bildung zu ermöglichen, das Sammeln eigener Erfahrungen und die Ausprägung ihrer Fähigkeiten. Dabei betonte er, dass die Ermöglichung in diesem Falle wichtiger ist als die Förderung. Dies erläuterte er am Beispiel eines Kindes, was nicht gut singen kann: Nur weil das Kind nicht gut singt, heißt es nicht, dass es unmusikalisch ist. Vielmehr sollten dem Kind auch andere musikalische Erfahrungen (z. B. über Instrumente) ermöglicht werden, um einen Zugang zum Musizieren zu finden.

Prof. Dr. Widdascheck ging auch darauf ein, wie leicht frühkindliche kulturelle Bildung gelingen kann. In seinem Vortrag nannte er dafür fünf Beispiele:

  1. Bekanntes neu/anders erfahren (z. B. beim Tischdecken, Essen mit geschlossenen Augen, Rückwärtslaufen)
  2. neue Wege, andere Wege, Umwege (z. B. beim Spazierengehen oder im Urlaub)
  3. selbst neugierig sein/bleiben
  4. Fehler machen dürfen - „Recht auf Gefahren“ (z. B. beim Klettern, auf dem Schwebebalken)
  5. Zeit einplanen ohne Plan - „Recht auf Freiraum“

Interessante Materialien zur frühkindlichen kuturellen Bildung vom KinderKünsteZentrum.

 

Auch die Aspekte frühkindlicher kultureller Bildung bei der Geschlechterdifferenzierung und beim Medienkonsum wurden geklärt. Bei der geschlechterdifferenzierten Bildung sollen Eltern kritisch hinterfragen, ob sie der Vermarktung von Geschlechtern z. B. bei der Kleidung und beim Spielzeug folgen müssen oder ob es auch Alternativen gibt. Ein übermäßiger Medienkonsum (Fernsehen, Computer, Mobiltelefone, Spielkonsolen, ...) wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Kinder aus. Kinder sind noch nicht in der Lage, allein die vielen unterschiedlichen Informationen zu filtern und zu verarbeiten. Fernsehen kann z. B. bilden, dazu muss aber im Dialog zwischen dem Kind und den Eltern über die Inhalte des Gesehenen gesprochen werden und möglicherweise fehlende Zusammenhänge mit dem Kind geklärt werden.

\"Bildschirm-Dilemma\" Materialempfehlung

Wege aus dem Bildschirm-Dilemma:
Kleine Kinder, Technologie und Frühe Bildung

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz wichtig, wie in jedem anderen Punkt der Entwicklung unserer Kinder, ist die Zusammenarbeit von Eltern und Kitas. Hier bietet sich z. B. Projektarbeit an, die in der Kita begonnen und zu Hause fortgesetzt, ergänzt und vertieft werden kann.

In Ergänzung zu den Ausführungen von Prof. Widdascheck haben unsere Vorstandsmitglieder Projekte aus ihren Kitas und aus Kitas, die der BEAK-Vorstand besucht hat, vorgestellt:

Das Projekt „Spielzeugfreie Zeit“ klingt zunächst eher gewöhnungsbedürftig. Eine Kita ohne Spielzeug? Ist das keine „Strafe“ für die Kinder? Das Gegenteil ist der Fall: Die Kinder blühen auf und werden unglaublich kreativ. Schüchterne Kinder kommen aus sich heraus, die Grenzen zwischen geschlechterspezifischem Spielverhalten lösen sich auf und der sonst detailliert vorgegebene Tagesablaufwird, abgesehen von den Essens- und Schlafenszeiten, komplett durch die Kreativität und Selbstständigkeit der Kinder gestaltet. Die Durchführung ist am Anfang auch eine neue Herausforderung für die Erzieher/innen und Eltern, aber es ist in jedem Fall ein Projekt, was allen sehr viel bringt. Mehr Informationen gibt es in den Folien zum Vortrag.

Mit den Projekten „Lese-Koffer“ und „Lese-Rucksack“ kann in der Kita begonnene Arbeit zu Hause fortgeführt werden, Eltern können gezielt mit ihren Kindern zu den aktuellen Themen aus der Kita ins Gespräch kommen und fördern dabei spielerisch verschiedene Kompetenzen ihrer Kinder, z. B. sprachlich und naturwissenschaftlich. Auch hier gibt es weitere Informationen in den Folien zum Vortrag.

Medienkoffer „Familien und vielfältige Lebensweisen“ für Kindertageseinrichtungen mit 30 Bilderbüchern, einem Familienspiel sowie einer Handreichung und 6 Fachbüchern für Kita-Fachkräfte zu den Themen Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, Inklusionspädagogik, geschlechtergerechte Erziehung, Regenbogenfamilien sowie lesbische, schwule, bisexuelle und transsexueller Lebensweisen. Standorte des Medienkoffers finden Sie hier.

„Lesepaten“ sind ebenfalls eine wunderbare Ergänzung der frühkindlichen kulturellen Bildung. Die Kinder kommen in Kontakt mit literaturbegeisterten Menschen, die ihnen vorlesen und mit ihnen zum Vorgelesenen ins Gespräch kommen. Wir zeigen Ihnen mit den unten aufgeführten Links drei Wege, wie Ihre Kita an Lesepatinnen und Lesepaten gelangen kann. Mehr Information im Bericht einer Lesepatin, bei der FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf und dem Bürgernetzwerk Bildung.

Beim Theaterprojekt „Große Sprünge“ führen Theater- und Tanzpädagogen interessierte Kinder kostenlos und gruppenübergreifend in den Kitas an das Theaterspielen heran, wobei die Kinder sich unter kompetenter Anleitung bei der Erschließung dieses neuen Mediums frei entfalten können und dabei völlig neue Erfahrungen mit sich selbst und mit den anderen Kindern sammeln können - überaktive Kinder werden ruhiger, zurückhaltende Kinder entfalten sich usw. Um die Erzieher/innen und Eltern zu befähigen, diese Entwicklung in der Kita und daheim fortzusetzen oder mit ähnlichen Ideen selbst zu gestalten, gehören auch Mitmach-Theaterspielnachmittage für Eltern und Erzieher/innen zum Projekt „Große Sprünge“. Auch hierzu gibt es weitere Informationen und Kontaktdaten in den Folien zum Vortrag.

Die Ergebnisse unserer Umfrage haben gezeigt, dass viele Kitas die vorgestellten Projekte bereits selbst umsetzen. Darüber hinaus gibt es tolle Projekte, die wir in den Folien zu unserer Auswertung zusammengefasst haben.

\"2014-04-10\"

Die Auswertung Ihre Tipps für Projektpartner, kulturelle Orte und Veranstaltungen werden wir in Kürze nachreichen.

Bei der Modernisierung unserer Satzung ging es darum, die traditionellen juristischen Formulierungen dem neuen modernen und frischen Auftritt des BEAK anzupassen. Einstimmig wurden wichtige Begriffe modernisiert: statt „Vollversammlung“, „Vorstandssitzung“ und „Schiedsmann“ nun „BEAK-Treffen“, „Vorstandstreffen“ und „Konfliktvermittler“; außerdem werden statt detaillierter „Protokolle“ schon seit einiger Zeit prägnante „Berichte“ zeitnah in den neuen Medien veröffentlicht.

Aus der Vorstandsarbeit und den Gremien: Unsere Arbeitsgruppen „Einschulungsuntersuchung“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ stellten das von ihnen mit dem Gesundheitsamt entwickelte Faltblatt zur Einschulungsuntersuchung vor. Nach abschließender Abstimmung mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst geht das Informationsblatt dann in den Druck, damit es allen Vorschuleltern rechtzeitig zur Verfügung steht. Wir sind damit dann erst der vierte Bezirk in ganz Deutschland, der solch eine tolle Elterninformation bereitstellt.

Die weiteren Informationen aus dem Landeselternausschuss Kita, dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss, der AG 78, der Spielplatzkommission und dem Bezirkselternausschuss Schule entnehmen Sie bitte den Folien aus der Präsentation.

Unser nächstes BEAK-Treffen findet am 26.06.2014, wie immer 18:30 Uhr, im Rathaussaal Helle Mitte statt. Thema: „Was bringt die Überarbeitung des BBP neues?“ Die Autoren informieren über die Aktualisierung, die alle Berliner Kita-Kinder betrifft. Referentin: Dr. Christa Preissing, Mit-Autorin des Berliner Bildungsprogramms und Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi).

15.04.2014