3. BEAK-Treffen vom 18.06.2015

Auf dem 3. Treffen haben für uns mit fachkundiger Begleitung dem Thema „Übergang von der Kita in die Grundschule“ gewidmet. Der Saal war voll. Das Interesse war riesig. Es gab viele Fragen. Wir sind daher mit unserem Bericht diesmal etwas umfangreicher.

 

Unsere Gäste

Zunächst begrüßte Norman Heise alle Anwesenden und unsere Gäste, darunter Frau Uhlmann (Kita Tausendfuß) und Frau Voigt (Grundschule an der Geißenweide), Herr Markus Pieper (Schulrat), Herr Steffen Färber (Schulamt) sowie Frau Petra Fiebig (Koordinatorin Tagesbetreuung im Jugendamt) und Isabell Springmann, Nicole Martius und Sarah Ebert (Studentinnen der Alice-Salomon-Hochschule) die Forschungsprojekt zum gleichen Thema vorstellten.

 

Praxisbespiel eines gelingenden Übergangs

Frau Uhlmann und Frau Voigt leiteten ihren Vortrag mit einer Geschichte ein: „Der Ernst des Lebens“ (http://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/der-ernst-des-lebens-isbn-978-3-522-43434-8/). Sie stellten ihre Kita (Kita Tausendfuß, Bewegte Kita und Kita-Gütesiegel) und ihre Schule (Grundschule an der Geißenweide, Schule im „Inklusion auf dem Weg“-Schulversuch) vor.

Ihre Grundlage war die bereits bestehende Zusammenarbeit bei diversen Veranstaltungen wie Hoffest, Kita-Fest, Tage der Offenen Tür oder dem Übergang selbst. Man stellte jedoch fest, dass man trotz dieser Gemeinsamkeiten und der räumlichen Nähe kaum Kenntnis über die Kinder hatte die aus der Kita in die Schule kamen. Daher erarbeitete man 2009 ein Konzept für einen Kooperationsvertrag. Man legte feste Ansprechpartner_innen fest, bildete Kita-Schule-Tandems, regelte den Informationsaustausch speziell bei Kindern mit einem Förderungsbedarf (immer mit Zustimmung der Eltern), vereinbarte gemeinsame Fortbildungen und die gemeinsame Gestaltung des Überganges.

beak 2015-06-18 Übergang Kita-Schule01

 

Als sich beide Seiten über den Inhalt einig waren, wurde ein unbefristeter Kooperationsvertrag unterschrieben. Über die Jahre wurde dieser Vertrag ständig weiterentwickelt und angepasst. So besuchen die zukünftigen Schulanfänger bereits mehrmals die Schule. Am Tag der Offenen Tür in der Schule entdecken die Kinder z. B. das Schulhaus bei einer Schulrallye, wo sie gemeinsam mit einer/einem Schüler_in verschiedene Stationen in der Schule finden müssen. An den Stationen gibt es Stempel auf den Laufzettel und mit einem vollen Laufzettel wartet am Ende der Rallye kleine Überraschung. Eltern haben währenddessen die Gelegenheit die Informationsveranstaltungen der Schule zu besuchen die als Elternseminare zu unterschiedlichen Thema (Was kann in Vorbereitung der Schule noch getan werden?, Was gehört in die Schulmappe? etc.) mit Workshop-Charakter angelegt sind.

Bei anderen Gelegenheiten gehen die Kinder in die Schule und besuchen eine Unterrichtsstunde und lernen so auch ihre Lehrer_innen kennen. Hier werden die Schüler_innen auch mal zu Lehrenden und die Kita-Kinder übernehmen die Rolle der Schüler_innen.

Die Schulkinder besuchen auch die Kita und lesen vor. Die Lehrer_innen hospitieren in den Kitagruppen und lernen so ihre zukünftigen Schüler_innen kennen und tauschen sich mit den Kita-Erzieher_innen und dem Einverständnis der Eltern über die Entwicklungsstände aus. Ebenfalls mit Einverständnis der Eltern geht die Sprachlerndokumentation als Teil des Sprachlerntagebuches an die Schule.

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Die Kinder spielen darüber hinaus in kleinen Gruppen (max. sechs Kinder) in der Kita in angenehmer Atmosphäre mit der/dem zukünftigen Lehrer_in das Mainzer Einschulungsspiel (http://schulpsychologie.bildung-rp.de/fileadmin/user_upload/bildung-rp.de/downloads/PL/Schulpsychologie/Mainzer_Einschulungsspiel/index.htm). Hierbei wird in neun spielerisch-motivierenden Spielsituationen die individuelle Ausgangslage jedes Schulkindes erfasst.

Im letzten Kita-Jahr beginnt die Kita mit dem Blanki-Schulpass (https://www.als-verlag.de/public_als/pages/de/shop/productDetails.html?proId=184) entwicklungsrelevante Fortschritte zu dokumentieren. Teilweise überschneidet sich der Inhalt mit der Sprachlerndokumentation, teilweise geht er darüber hinaus (z.B. Fahrrad fahren, Schuhe zu binden, richtig zählen etc.). Das Kind muss aber zu Schulbeginn nicht alles können, was in dem Pass steht. Es besteht die Möglichkeit den Pass in der Schule fortzuführen.

Nach Schulbeginn wird mit den Schulanfänger_innen eine Lernausgangsanalyse (LauBE) (http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/unterricht/lernstandsanalysen-vergleichsarb/lernausgangslage-laube/?L=0) durchgeführt, um somit die gezielte Förderung der Kinder zu ermöglichen.

Die Schule baut ihre Kooperation mit anderen Kitas im Einzugsbereich aus. Leider stößt dieser Ausbau auf Seiten der Schule auf personelle Grenzen. Daher stellten unsere Referentinnen ihre diesbezüglichen Wünsche vor. Dazu zählen Abminderungsstunden für Hort-Erzieher_innen für die Kooperationsarbeit, mehr Zeit für Kooperationsarbeit auf beiden Seiten, mehr Raum und Nutzung von Angeboten und Möglichkeiten zur Bildungsbegleitung durch Eltern.

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Abschießend zu diesem Thema wies Norman Heise auf die Veränderungen hin, die beim Übergang die auf unsere Kinder (größere Räume, größere Gruppen, andere Menschen) und Eltern (früherer Tagesbeginn, kaum Tür- und Angelgespräche, Stulle schmieren) zukommen. Zudem sollten Eltern unbedingt an die rechtzeitige Hortanmeldung denken. Auch erläuterte er die Wünsche der Schulen was die Kinder nach Möglichkeit alles wissen sollten (Adresse, Geburtstag, Namen, Schulweg) und die Eltern mit den Kindern vor Schulbeginn machen sollten, wenn die nicht sowieso schon zum Familienritual gehört (Kindern vorlesen, Hörspiele hören lassen, Gesellschaftsspiele).

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Adobe PDF Icon Präsentation des BEAK als PDF zum Herunterladen

 

Neureglung des Einschulungsalter

Markus Pieper (Außenstelle der Schulaufsicht der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft) erläuterte die Neuerungen bei Schulpflicht, und nahm kurz Bezug auf die Schuluntersuchung und die Möglichkeit der Rückstellung.

Für 2015/16: Alle Kinder, die dieses Jahr bis zum 31.12. 6 Jahre alt werden, sind schulpflichtig.
Für 2016/17: Alle Kinder, die bis zum 31.12. 6 Jahre alt werden, sind schulpflichtig. Kinder die zwischen dem 01.10 und 31.12.2010 geboren sind, dürfen ohne Prüfung zurückgestellt werden. Bei allen anderen findet die Prüfung weiterhin statt.
Für 2017/2018: Alle Kinder die bis zum 30.09. 6 Jahre alt werden, sind schulpflichtig.

Diese Änderungen gelten vorbehaltlich der Änderung des Schulgesetzes.

In den Kitas hängen in nächster Zeit wieder Plakate zum Übergang Kita-Grundschule aus, auf denen alle wichtigen Informationen zur Schulanmeldung zu finden sind. In diesem Jahr ist die Anmeldung an der Grundschule ihres Einzugsbereiches vom 05.10 bis 16.10.2015. Bitte achten Sie auch auf die Informationen der Schule zu den Anmeldezeiten und gewünschten bzw. notwendigen Unterlagen.

Mehr Informationen unter http://www.berlin.de/sen/bildung/bildungswege/grundschule/

 

Die neuen Einzugsgebiete

Steffen Färber (Amtsleiter im Schul- und Sportamt unseres Bezirkes) wies in seinem Referat auf die derzeitigen Diskrepanzen im Schulwesen hin. So sind im beginnenden Schuljahr 2.500 Anmeldungen auf 2.300 vorhandene Plätze erfolgt. Daher mussten mehr Klassen pro Jahrgang eröffnet und/oder mehr Schüler_innen pro Klasse aufgenommen werden.

Um auf den Trend der steigenden Schüler_innen-Zahl zu reagieren, wurden die Einzugsbereiche der Schulen entsprechend den vorhandenen Kapazitäten, die erweitert wurden oder noch werden, verändert. Sie können online einsehen, welche Schule zu ihrem Wohnort gehört. Die neuen Einzugsbereiche wurden unter anderem unter Beachtung der Verkehrssicherheit und der Beleuchtung der Schulwege geprüft. Auch die Devise „Kurze Beine, kurze Wege“ wurde weitgehend beachtet.

Mehr Informationen unter http://www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kindertagesbetreuung/kitas/umkreis/

 

Unter http://beakita-marzahn-hellersdorf.de/78-news/240-link-und-materialsammlung-zum-uebergang-kita-grundschule haben wir eine Link- und Materialsammlung zum Thema bereitgestellt.

 

Sonstiges

Aufgrund der intensiven Nachfragen und den ausführlichen Berichten wurden alle anderen Punkte gestrichen. Diverse Materialien finden sie im Anhang/unter folgendem Link.

Abschließend erläuterte Norman Heise kurz das Volksbegehren – Unterrichtsgarantie, in der auf eine 110%-Ausstattung der Lehrkräfte hingewiesen wird, um im Vertretungsfall auch den richtigen Unterricht zu gewährleisten.

 

28.06.2015